EGAL OB ZU FUß ODER MIT DEM RAD-DER BISAMBERG IST IMMER EINEN AUSFLUG WERT!
NAHERHOLUNG IM RAUM WIEN!


Die Falkenbergwiese ist die neue Heimat der ehemaligen „Strebersdorfer” Ziesel geworden.
Die Kolonie der scheuen Steppentiere hatte unten im Ort zu wenig Platz und keine
Ausweichmöglichkeit. So wurden sie auf die zieselgerecht gepflegte Wiese übersiedelt.
Ziesel gehören zu den Hörnchenartigen und halten wie ihre nächsten Verwandten, die Murmeltiere,
einen bis zu acht Monate langen Winterschlaf. Mit einer Größe von etwa 23 cm sind sie etwas
kleiner als Eichhörnchen. Früher einmal besiedelten Ziesel halb Niederösterreich und das
Burgenland. Sie waren von Retz über Wien bis in den Seewinkel hinein praktisch überall
anzutreffen. Ein Kosmos-Naturführer aus den dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
berichtet von Zieseln beim Lusthaus im Prater, "die sich hier ihres Lebens freuten. Allenthalben sah
man die niedlichen Dinger herumhuschen, die fast alle Scheu abgelegt hatten und sich hier
zutraulich vor den Augen der Menschen tummelten ...". Zeitweise waren die Bestandsdichten so
hoch, dass z.B. im Tullner Feld Prämien für Zieselschwänze und -ohren ausgezahlt wurden.
Heute stehen sie auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, und ihr Vorkommen ist weitgehend
auf verstreute Rückzugsgebiete beschränkt. Das heißt, wo früher eine über ein großes Gebiet
verteilte, zusammenhängende Population bestand, gibt es jetzt nur mehr Splittergruppen, die oft
selbst wiederum vom Aussterben bedroht sind. Dies hängt vor allem mit der intensiven
Landwirtschaft zusammen (z.B. Grundzusammenlegungen im Marchfeld), aber auch mit der
Zersiedelung der Landschaft durch Einfamilienhäuser: An und für sich sind Ziesel zwar sehr
anpassungsfähige Tierchen und bei weitem nicht die spezialisierten Steppenbewohner, als die sie
allgemein bekannt sind. Aber ein Minimum an Platz braucht auch das anspruchsloseste Lebewesen,
und daher leiden sie, wie viele andere Tiere und Pflanzen auch, unter der Zerstörung ihres
Lebensraumes.
Als umso wichtiger erweisen sich Rückzugsmöglichkeiten, auch wenn es nur eine "Gstettn"
ist, oder vielleicht die Grünfläche eines Wohnhauses, wo Ziesellöcher nicht verfemt, sondern
geschätzt werden - wer hat schon ein seltenes Nagetier in seinem Garten? Entgegen einer weit
verbreiteten Ansicht fressen Ziesel übrigens keine Wurzeln. Derartige Schäden werden
ausschließlich durch Wühlmäuse und Insektenlarven verursacht.
Verbreitung des Ziesel im Raum Bisamberg:
21, Bisamberg, 340 ha, 190-320 m, 48°18'59" / 16°24'14"
21, Bisamberg, Falkenbergwiese nördllich Magdalenenhof
21, Bisamberg, Weingärten und Brachflächen
21, Hochfeldstr. 2, Garten (ausgestorben)
21, Stammersdorf, Bundesheer-Schießstätte
21, Stammersdorf, In den Gabrissen
21, Stammersdorf, Weingärten und Grünbrachen Bereich Alte Schanzen
21, Strebersdorf, Grünflächen Industriegebiet, Hundeabrichteplatz, Pädak
21, Strebersdorf, Marchfeldkanal Höhe Schönungsteich
Bisamberg, 362 ha, 186-367 m, 48°19'15" / 16°22'30"
Langenzersdorf, Bereich zwischen Stadtgrenze, Klosterneuburger und Wiener Straße
Langenzersdorf, Erholungsgebiet Seeschlacht
Langenzersdorf, Marchfeldkanal Höhe Seeschlacht